FAQ

Häufig gestellte Fragen


Warum hält sich die „Frësch BIOG-Mëllech“ nicht so lange wie die „frische Milch“ anderer Produzenten?

Die frische Milch der Marke BIOG wird traditionell pasteurisiert und nur für wenige Sekunden auf eine Temperatur von 75 °C erwärmt. Ziel dieser kurzen Temperaturerhöhung ist das Abtöten der in der Milch enthalten Bakterien, wobei die als „positiv“ eingestuften Milchsäurebakterien weitestgehend erhalten bleiben sollen.
Wird die Kühlkette nicht unterbrochen, bleibt die traditionell pasteurisierte Bio-Milch gut 10 Tage lang frisch.
In der heutigen Milchtechnik hat sich die Mikrofiltration durchgesetzt, ein Verfahren, das dazu führt, dass die Milch dreimal so lange haltbar bleibt wie traditionell pasteurisierte Milch. Durch die Mikrofiltration gehen der Milch – neben den Milchsäurebakterien – aber auch eine ganze Menge anderer, wertvoller Bestandteile verloren. Obwohl die mikrofiltrierte Milch gesetzlich auch als „frische Milch“ gekennzeichnet werden darf, unterscheidet sie sich in ihrer Zusammensetzung deutlich von der pasteurisierten „Frësch BIOG-Mëllech“.


Warum gibt es in manchen Supermärkten Bio-Marken, die NATURATA nicht anbietet?

Der Bio-Markt hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt, weil immer mehr VerbraucherInnen nach Bio-Lebensmitteln fragen. Das freut uns. Sorgen machen wir uns aber, weil diese Entwicklung auch dazu führt, dass einige Bio-Marken versuchen, sich über möglichst billige Preise einen Anteil am „Bio-Kuchen“ zu sichern. Diese Zielausrichtung hat jedoch letztlich zur Folge, dass Landwirte und Hersteller unter einen erheblichen Preisdruck geraten.

Mit unserer Vorstellung von fairem Handel ist diese Praxis nicht zu vereinbaren, schließlich setzen wir uns seit Jahren dafür ein, dass die Landwirte und Hersteller fair für ihre Produkte und ihre Arbeit entlohnt werden. Nur faire Preise können schlussendlich garantieren, dass Bio-Betriebe auch in Zukunft hochwertige Bio-Lebensmittel produzieren können. Da wir die Bio-Landwirtschaft und den fairen Handel fördern und nicht einschränken möchten, verkaufen wir bei NATURATA keine Produkte von Herstellern, die durch ihre Preispolitik dazu beitragen, dass bäuerliche Betriebe keine Zukunftsperspektive in einer biologischen Landwirtschaft sehen.

Mehr zum Thema finden sie hier.


Was ist der Unterschied zwischen pasteurisierter Milch, ESL-Milch und H-Milch (UHT-Milch)?

Es gibt heutzutage drei unterschiedliche Methoden, um Milch haltbar zu machen: man unterscheidet zwischen traditionell pasteurisierter Milch, ESL-Milch und ultrahocherhitzer Milch (UHT-Milch / H-Milch).

Bei der traditionellen Pasteurisation wird die Milch für wenige Sekunden auf 75 °C erhitzt. Diese kurze Temperaturerhöhung reicht aus, um den Großteil der in der Milch vorhandenen Bakterien und Keime abzutöten, und die Milch für gut 10 Tage (bei durchgängiger Kühlung!) haltbar zu machen. Da diese Milch nicht komplett keimfrei ist, kann sie bei unterbrochener Kühlkette oder überschrittenem Haltbarkeitsdatums „schlecht“ werden, was deutlich am sauren Geruch und der dickflüssigen Konsistenz zu erkennen ist. Die Pasteurisation ist die schonendste Art und Weise, um Milch haltbar zu machen. Die kurze Erhitzung wirkt sich nur geringfügig auf die Zusammensetzung der Milch und ihren Geschmack aus.

Die haltbare Milch (H-Milch, UHT-Milch) wird im Gegensatz zur pasteurisierten Milch deutlich stärker erhitzt (135-150 °C) und kann somit in ihrer geschlossenen Verpackung bis zu sechs Monate bei Zimmertemperatur gelagert werden. H-Milch ist also recht praktisch: man muss beim Transport der Milch vom Geschäft bis nach Hause nicht auf das Einhalten der Kühlkette achten und kann die H-Milch problemlos einige Monate zu Hause aufbewahren. Die starke Erhitzung der Milch bringt jedoch eine Veränderung der Proteinstrukturen und eine Karamellisierung des Milchzuckers mit sich, was deutlich am „Kochgeschmack“ der H-Milch zu erkennen ist. Der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise B-Vitaminen, sinkt ab. H-Milch wird zudem nicht mehr dickflüssig und sauer, so dass ein Verderb nicht sofort zu erkennen ist.

Was die Haltbarkeit der ESL-Milch (ESL = extended shelf life = längere Haltbarkeit im Regal) angeht, so ordnet sich diese zwischen der Haltbarkeit der pasteurisierten Milch und der H-Milch ein. Um ESL-Milch herzustellen, werden die Mikroorganismen, die in der Milch natürlicherweise enthalten sind, mechanisch abgetrennt, bevor die Milch zur weiteren Haltbarmachung erhitzt wird. Mit Hilfe der Mikrofiltration muss die Milch nicht so stark erhitzt werden, um trotzdem deutlich länger haltbar zu sein als traditionell pasteurisierte Milch. ESL-Milch schmeckt dann auch wie „frische Milch“ und darf auch als solche bezeichnet werden. Da ESL-Milch komplett keimfrei ist, wird auch sie nicht mehr sauer, und ein Verderb ist schwieriger zu erkennen.


Warum im Bioladen einkaufen, wenn man doch auch Bio im Supermarkt bekommt?

Als Bio noch nicht im Trend lag, konnte man Bio nur im Bioladen kaufen. Viele Bioläden, wie auch die NATURATA-Läden, haben sich über Jahrzehnte hinweg ihre Stammkundschaft aufgebaut. Dabei war von Anfang an sehr viel Überzeugungskraft und Leidenschaft von Nöten, um sich überhaupt etablieren zu können.

Im Bioladen werden ausschließlich Bio-Produkte angeboten, die mit Respekt für die Umwelt hergestellt werden und gewisse Wertvorstellungen erfüllen. So wurde der erste NATURATA-Laden in Luxemburg eröffnet, um die in Luxemburg angebauten Bio-Erzeugnisse, sowie weitere natürliche Lebensmittel aus fairer biologischer Herstellung, Bio-interessierten Kunden anbieten zu können. Dabei haben sich langjährige Geschäftsbeziehungen zu den Bio-Anbauern und -Herstellern aufgebaut ‒ und natürlich auch zu den Kunden.

Im Bioladen finden Sie eine kompetente, fachkundige Beratung, und auch Themen wie Abfallvermeidung, CO2-Bilanz, Umweltschutz, Regionalität, Saisonalität und Fairness werden hier tagtäglich berücksichtigt. Der Bioladen ist Ihr Spezialist für Bio-Lebensmittel.

Dadurch, dass auch Bio-Lebensmittel im Supermarkt angeboten werden, werden die Erzeugung und der Handel mit Bio-Lebensmittel ebenfalls gefördert. Ziel sollte es aber nicht sein, Bio so billig wie möglich anzubieten, und die Produzenten und ihre Preise bis zum Geht-nicht-mehr zu drücken. Auch im Supermarkt sollte Bio fair sein.


Warum verkaufen die NATURATA-Läden auch Fleisch und andere tierische Produkte? Welches Verhältnis hat die OIKOPOLIS-Gruppe zur Vegan-Bewegung?

NATURATA, aber auch alle anderen Betriebe der OIKOPOLIS-Gruppe, setzen sich in erster Linie dafür ein, die Produkte der luxemburgischen Biobauern zu verarbeiten und zu vermarkten. Die hiesige Landwirtschaft ist dabei stark auf die Haltung von Tieren, insbesondere Rindern, angewiesen. So sind die Rinder nicht nur in der Lage, Gras in Milch und Fleisch umzuwandeln, sondern erhalten zudem durch ihre Ausscheidungen die Fruchtbarkeit unserer Böden.
Durch die Einführung von Kunstdünger und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln konnte sich die Tierhaltung vor einigen Jahrzehnten von der Landnutzung lösen. In Folge der Industrialisierung der Landwirtschaft kam es zudem zu einer sehr einseitigen Art der Tierhaltung mit entsprechender Schlachtung.
In Bezug auf diese Entwicklung ist eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise absolut verständlich. NATURATA unterstützt deshalb alle Kunden, die sich gegen den Konsum von Fleisch entschieden haben und führt ein buntes Angebot an vegetarischen und veganen Bio-Lebensmitteln im Sortiment.
In der biologische Landwirtschaft, bei der die Haltung von Tieren wieder an die Bodennutzung gekoppelt ist und bei der die Hoftiere zudem eine wichtige Rolle für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit spielen, ist die Tierhaltung nicht so einfach wegzudenken. Hoftiere gehören einfach zu einem funktionierenden Hofsystem hinzu. In der biologischen Landwirtschaft gibt es jedoch sehr strenge Auflagen, was die Anzahl der Tiere auf dem Hof, ihre Fütterung und ihre artgerechte, respektvolle und stressfreie Haltung angeht, so dass dem Konsum von tierischen Produkten aus biologischer Erzeugung - und auch den Bio-Fleischerzeugern und Bio-Metzgern - kein „Negativ-Image“ anhaften sollte. Die BIOG-Bauern gewähren in regelmäßigen Abständen interessierten Bio-Kunden einen Einblick in ihren Stall und zeigen, wie die Tiere bei ihnen gehalten werden.


Warum stellen in Luxemburg nicht mehr Landwirte auf eine biologische Wirtschaftsweise um?

In Luxemburg stellte der erste Betrieb erst Ende der 70er Jahre auf Bio um ‒ unser Land hinkte somit ein halbes Jahrhundert hinter anderen Ländern her. In den 80er Jahren kam es dann zu einem kleinen Durchbruch, als die damaligen Umweltschutzorganisationen mithalfen und 1988 zwei Bio-Anbauverbände und die BIOG-Genossenschaft gegründet wurden.
Die staatlichen Instanzen und die Vertreter der konventionellen Landwirtschaft standen der Bewegung damals sehr kritisch gegenüber und propagierten in den Neunzigern die sogenannte “Integrierte Landwirtschaft“. Die wenigsten Menschen hatten jedoch damals mitbekommen, dass diese Form der Bewirtschaftung von der chemischen Industrie, also BAYER & Co, initiiert wurde.
Für viele Betriebe schien die “Integrierte Landwirtschaft“ der Mittelweg zwischen Ökologie und Ökonomie zu sein, jedenfalls war dies ein Argument, das breit gestreut wurde, und einige Landwirte davon abhielt, auf Bio umzustellen.
Eine neue Welle der Umstellung brachte die BSE-Krise Anfang der 00er-Jahre mit sich. Mittlerweile war es jedoch nicht mehr so einfach umzustellen, da viele Betriebe in den letzten Jahrzehnten Investitionen getätigt hatten, die zurückbezahlt werden mussten. In all dieser Zeit wurden viele Chancen verpasst, sodass wir heute, wo die Nachfrage nach Bio-Produkten immer weiter steigt, in Luxemburg wenig Bio zu bieten haben. Erst durch den Regierungswechsel im Jahr 2014, und vor allem auch durch die Gründung einer eigenen BIOG-Molkerei zum Jahreswechsel 2015/2016, kam erneut Bewegung in die Umstellungsdiskussion. So ist zu erwarten, dass ab 2017 wieder neue Bio-Betriebe hinzukommen.


Wer ist in Luxemburg für die Beratung der Bio-Betriebe zuständig?

In Luxemburg werden die Bio-Betriebe von der IBLA beraten, dem Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg, das staatlich akkreditiert ist.
IBLA betreibt Forschung auf den Gebieten der biologischen Landwirtschaft, wobei unter anderem der Schutz der natürlichen Ressourcen, die Biodiversität, der Erhalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, Sortenprüfungen und eine artgerechte Tierhaltung im Fokus des Interesses stehen.
Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit gibt die IBLA direkt an die Bio-Bauern, Bio-Gärtner und Bio-Winzer weiter. Interessierte Landwirte können bei der IBLA unterschiedliche Beratungsmodule buchen, die komplett oder teilweise vom Staat finanziert werden. Eine etwaige Eigenbeteiligung wird dabei für Mitglieder von Bio-Lëtzebuerg - Vereenegung fir Bio-Landwirtschaft Lëtzebuerg asbl zwei bis dreimal im Jahr komplett vom Verein gedeckt.
Natürlich können aber nicht nur Bio-Betriebe von dieser betriebsspezifischen Beratung profitieren. Auch konventionelle Betriebe, die sich für eine biologische Bewirtschaftung ihres Hofes interessieren, auf Bio umstellen wollen, Fragen zum Leguminosenanbau und einer idealen Fruchtfolge haben, können den Service der IBLA in Anspruch nehmen. Weitere Infos finden Sie unter www.ibla.lu


Wer ist in Luxemburg für die Anerkennung und Zertifizierung der Bio-Betriebe zuständig?

Anträge zur Bio-Zertifizierung eines Betriebes werden in Luxemburg an die ASTA (Administration des services techniques de l’agriculture) gerichtet. Die Kontrolle und Zertifizierung gemäß EU-Verordnungen 834/2007 und 889/2008 wird dann in Luxemburg - in den meisten Fällen - vom Kontrollverein ökologischer Landbau e.V. (Karlsruhe, DE) durchgeführt.
Mit der Zertifizierung durch die Kontrollstelle erhält das Unternehmen die Erlaubnis, seine Hofprodukte, nach Durchlaufen einer Umstellungszeit, als Bio-Produkte zu vermarkten.
Werden Luxemburger Bio-Produkte zusätzlich mit dem Logo „Bio LETZEBUERG“ und/oder „Demeter“ gekennzeichnet, so beauftragt der Verein Bio-Lëtzebuerg - Vereenegung fir Bio-Landwirtschaft Lëtzebuerg asbl die Kontrolle und Zertifizierung dieser geschützten Marken. Weitere Infos finden Sie unter www.asta.etat.lu